Als das iPad in den USA vorbestellt werden konnte, habe ich mich für einen Import entschieden und das iPad in die Schweiz liefern lassen. Am 7. April war es dann soweit, ich hielt mein iPad nach erfolgreichem umkurven aller Apple Sperren und Barrieren in den Händen.
Jetzt, nach 2 Wochen mit dem iPad ist es Zeit für einen Erfahrungsbericht und ein Fazit.

Das Gerät ist handlich, der Bildschirm gross und bietet eine herrvorragende Qualität und Auflösung. Mit WiFi und Akku Laufzeiten habe ich glücklicherweise keine Probleme. Der Akku hat bis zur vollständigen Entladung rund 10 Tage gehalten bei normaler Benutzung (nach meiner Auffassung). Um das Gerät längere Zeit in einer Hand zu halten und mit der anderen zu bedienen, ist es zu schwer. Am einfachsten geht die Bedienung, wenn man es auf einen Tisch oder in den Schoos legt. Auf dem Tisch ist die abgerundete Rückseite des iPad ein bisschen ein Störfaktor, aber nicht so schlimm wie man eigentlich befürchtet.

Beim Abspielen von Musik ist die Qualität überraschenderweise relativ hoch. Die iPod App ist schön bedienbar und erst nach einer gewissen Zeit fällt dem Benutzer auf: da gibts ja gar kein Coverflow. Tatsächlich: Kein Coverflow vorhanden. Auch sonst fehlen einige Apps, welche man sich vom iPhone gewohnt ist. Die Zeit/Wecker App (Clock) zum Beispiel ist nicht mehr vorhanden, obwohl er gerade auf dem iPad eigentlich sehr praktisch wäre. Stocks, Weather und Calculator fehlen auch. Alles in allem eine sehr magere Bestückung mit Standard Apps. Die müssen nun mehrheitlich separat gekauft werden. Das hab ich natürlich auch getan, einige gabs Freeware.

Newsreader, Bücher und Offline Apps sind bei mir sehr beliebt im Moment, denn ich hab ja nur WiFi. Und man hält sich erstaunlicherweise sehr oft an Orten auf, an welchen man eigentlich surfen möchte aber kein WiFi vorhanden ist, auch kein kommerzielles. Im Moment ist der App Store noch nicht gross mit Apps von Schweizer News-Portalen oder Printmedien durchsäht, aber das wird kommen. Und zwar hoffentlich so, dass man sich morgens den Content runterladen kann bevor man aus dem Haus geht um dann auf dem Arbeitsweg die News zu lesen. Wer aber auch unterwegs mobil im Netz surfen will mit dem iPad und das am besten komplett Orts- und WiFi-unabhängig, soll sich ein Modell mit 3G besorgen. Alles andere ist unbefriedigend und dass Apple ein Tethering zwischen iPhone und iPad zulassen wird, ist wohl eher nicht zu erwarten.

Apps, welche gratis und gut sind, werden rar im iPad App Store. Die Preise der kommerziellen Apps sind höher, bewegen sich schnell um die 10$. Bei den qualitativ besseren gratis Apps muss man sich oft einen Account anlegen, welcher dann entweder wiederum kostenpflichtig ist oder sehr viel Werbung beinhaltet. Die Apps, welche fürs iPhone geschrieben wurden und aufskaliert werden sind unbefriedigend auf dem iPad. Vorallem wenn man all die anderen schönen Apps kennt, welche aufs iPad angepasst sind.
Apps wie Skype oder Facebook gibts noch nicht. Pages, Keynote und Numbers sind cool, aber unbefriedigend wenns um Fileaustausch geht. Da muss noch was gehen und man darf auf das OS 4.0 hoffen. Vorallem wünsche ich mir einen Finder für das iPad.

Die Aufmerksamkeit hat man momentan auf sicher, wenn mit dem iPad unterwegs ist und es kurz hervorkramt um irgendwas wichtiges darauf zu tippen. Das ist ein lustiger Nebeneffekt, welcher aber weg ist, sobald das iPad hierzulande gekauft werden kann.

Fazit: Das iPad hat riesiges Potential. Entscheidet man sich für das richtige Gerät, wird man sicher zufrieden sein. Einige Details sind noch nicht vollkommen ausgereift und einige “Muss”-Apps müssen noch geschrieben werden (bsp. Skype). Kurz: das iPad ist der angenehmste, wirklich mobile Computer, auf dem Markt.